Kurze Zusammenfassung
Das Video fasst die wichtigsten Änderungen zusammen, die im Jahr 2026 in Deutschland in Kraft treten werden. Dazu gehören steuerliche Anpassungen, Änderungen bei Sozialleistungen, neue EU-Richtlinien für Finanzdienstleistungen und Verbraucherschutz sowie Preisentwicklungen in verschiedenen Bereichen wie Energie und Mobilität.
- Steuerliche Entlastungen durch Anpassung der Tarife an die Inflation
- Erhöhung des Kinderfreibetrags und des Kindergeldes
- Anstieg der Pendlerpauschale
- Verbot des Payment for Orderflow Modells im Wertpapierhandel
- Erwartete Rentensteigerung und steigende Krankenkassenbeiträge
- Erhöhung des Mindestlohns und der Minijob-Grenze
- Neue EU-Richtlinien für mehr Lohntransparenz
- Strengere Regeln für "Buy Now, Pay Later"-Anbieter
- Mögliche Preissteigerungen bei Produkten von Temu und Shein
- Veränderungen im Energiebereich (Strom, Gas, Sprit, Heizen)
- Erhöhung des Preises für das Deutschlandticket
Intro [0:00]
Im Jahr 2026 wird es einige Veränderungen geben, die sich auf verschiedene Lebensbereiche auswirken. Einige Dinge werden teurer, andere günstiger. Die Steuern sinken leicht, während die Sozialbeiträge möglicherweise steigen. Die Komplexität des Systems bleibt jedoch bestehen.
Mehr Netto vom Brutto ab 2026? [0:32]
Die Steuertarife werden jährlich an die Inflation angepasst. Der Grundfreibetrag steigt um 2,1 % von 11.604 € auf 11.848 €. Die Steuerersparnis hängt vom Einkommen ab und liegt zwischen 10 und 25 € monatlich. Es wird jedoch auch auf die gestiegenen Sozialausgaben hingewiesen, die diese Ersparnis teilweise kompensieren könnten.
Kinderfreibetrag steigt [1:06]
Der Kinderfreibetrag erhöht sich um 1,6 % von 9.600 € pro Jahr auf 9.756 €.
4€ mehr Kindergeld [1:16]
Das Kindergeld steigt um 4 € monatlich, von 255 € auf 259 €, was einer Steigerung von 1,6 % entspricht. Kindergeld und Kinderfreibetrag sind Alternativen, wobei das Finanzamt automatisch prüft, welche Option für den Steuerpflichtigen günstiger ist. Bei geringeren Einkommen ist das Kindergeld vorteilhafter, bei höheren Einkommen der Kinderfreibetrag.
Deutlich mehr Pendlerpauschale [1:48]
Die Pendlerpauschale erhöht sich auf 38 Cent ab dem ersten Kilometer. Bisher gab es 30 Cent bis 20 km und 38 Cent ab dem 21. km. Die Pendlerpauschale kann als Werbungskosten abgesetzt werden, wobei die einfache Wegstrecke zählt. Dies lohnt sich, wenn die Werbungskosten insgesamt über der Pauschale von 1.230 € liegen.
Steuer sparen im Ehrenamt? [2:33]
Die Ehrenamtspauschale steigt von 840 € auf 960 € (plus 14 %) und die Übungsleiterpauschale von 3.000 € auf 3.300 € (plus 10 %).
Weniger Mehrwertsteuer in der Gastronomie [2:46]
Die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie wird wieder von 19 % auf 7 % gesenkt. Dies gilt jedoch nicht für Getränke. Bei Getränken gibt es komplizierte Regelungen, abhängig davon, ob sie im Restaurant konsumiert oder mitgenommen werden und ob sie Milch enthalten. Milchbasierte Getränke zum Mitnehmen können unter Umständen mit 7 % besteuert werden, während andere Getränke und der Konsum im Restaurant mit 19 % besteuert werden.
Steuerbescheid gibt's digital [3:58]
Steuerbescheide werden standardmäßig digital über Elster verschickt. Nur wer dies ablehnt, erhält Post. Eine E-Mail informiert über den Eingang des Bescheids im Elster-Postfach. Die Einspruchsfrist von einem Monat sollte beachtet werden. Bei Nutzung einer Steuersoftware kann das Elster-Zertifikat hinterlegt werden, um den Bescheid direkt in der Software zu erhalten.
10€ monatlich für dein Kind [4:24]
Möglicherweise wird die sogenannte Frühstartrente eingeführt, die 10 € monatlich für sechsjährige Kinder vorsieht und bis zum 18. Lebensjahr ausgeweitet werden soll. Es ist unsicher, ob das Gesetz noch dieses Jahr in Kraft tritt, aber es soll rückwirkend zum Januar ausgezahlt werden, auch wenn es erst 2026 in Kraft tritt. Die Idee eines steuerfreien Altersdepots wird als interessant erachtet, um Familien frühzeitig zum Vermögensaufbau der Kinder zu animieren.
EU verbietet Geschäftsmodell von Trade Republic & Co. [5:05]
Das Verbot des Payment for Orderflow Modells könnte das Geschäftsmodell von Trade Republic, Scalable Capital und anderen Neobrokern beeinflussen. Ab dem 30. Juni 2026 dürfen Börsen keine Rückvergütungen mehr an Broker für die Orderweiterleitung zahlen. Die EU begründet dies mit möglichen Interessenskonflikten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Brokerlandschaft verändern wird. Einige Broker haben bereits proaktiv ihr Geschäftsmodell angepasst.
So viel mehr Rente gibt es bald [6:05]
Laut einer Prognose der Bundesregierung werden die Renten voraussichtlich um 3,73 % steigen. Der Rentenwert (der Betrag pro Rentenpunkt) steigt auf 42,31 €. Die genaue Höhe der Erhöhung wird erst 2026 entschieden, und die Rentensteigerung erfolgt im Juli.
So teuer wird deine Krankenversicherung [6:46]
Es ist davon auszugehen, dass die Krankenkassenbeiträge steigen werden. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag steigt von 2,5 % (2025) auf 2,9 % (2026). Der tatsächliche Zusatzbeitrag lag jedoch bereits 2025 bei 2,9 %. Es wird erwartet, dass der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2026 die 3 %-Marke überschreiten wird. Die meisten Krankenkassen entscheiden bis Ende Dezember über ihre Zusatzbeiträge. Bei einer Erhöhung des Zusatzbeitrags besteht ein Sonderkündigungsrecht von einem Monat.
Mehr Sozialbeiträge für Gutverdiener [8:39]
Die Beitragsbemessungsgrenzen der Sozialversicherungen werden angehoben. Bis zu diesen Grenzen müssen Beiträge auf das Einkommen gezahlt werden. Ein Anstieg der Beitragsbemessungsgrenzen bedeutet höhere Beiträge für alle, die über diese Grenzen hinaus verdienen.
Dieses Netto-Gehalt erwartet dich 2026 [9:03]
Bis zu einem Bruttogehalt von 5.000 € gleichen sich die Effekte von sinkenden Steuern und steigenden Sozialbeiträgen mehr oder weniger aus. Ab 6.000 € greift die Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung, was zu weniger Netto führt. Eine Lohnerhöhung in Höhe der Inflationsrate (2,3 %) führt aufgrund der Steuerprogression und höherer Sozialabgaben nur zu einer Nettoeinkommenssteigerung von 1,7 %. Um den Kaufkraftverlust auszugleichen, müsste das Medianeinkommen um 3 % steigen.
Deutlich mehr Netto für Rentner [10:04]
Rentner, die weiterarbeiten, erhalten mehr Netto. Ab dem 67. Lebensjahr dürfen bis zu 2.000 € monatlich (24.000 € jährlich) steuerfrei verdient werden. Sozialabgaben müssen weiterhin abgeführt werden. Dies gilt nur für Angestellte, nicht für Selbstständige und Beamte.
Mindestlohn steigt kräftig [10:37]
Der Mindestlohn steigt um 8,4 % von 12,82 € auf 13,90 €.
Mehr Geld für Minijobber [10:45]
Die Grenze für Minijobs steigt von 556 € auf 603 €. Bis zu dieser Grenze dürfen Minijobber steuerfrei Geld dazuverdienen, auch als Nebenjob.
Endlich wissen, was die Kollegen verdienen [10:58]
Dank einer neuen EU-Richtlinie kann ab Juni 2026 herausgefunden werden, wie viel Kollegen verdienen. Bei Bewerbungen muss frühzeitig im Bewerbungsprozess das Gehalt bekannt gegeben werden. Unternehmen müssen Gehaltsspannen zeigen oder Einstiegsgehälter offenlegen. Auf Anfrage müssen die durchschnittlichen Gehälter von Teammitgliedern mit vergleichbaren Aufgaben offengelegt werden. In Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten darf das Mediangehalt von vergleichbaren Stellen erfragt werden.
Temu & Shein werden teurer [11:31]
Produkte von Temu und Shein könnten teurer werden, da die EU neue Zölle eingeführt hat. Bisher waren Waren unter 150 € zollfrei, jetzt fallen 2 € Pauschalgebühr an.
Strengere Regeln für Klarna & Co. [11:46]
Ab dem 1. November gelten strengere Regeln für "Buy Now, Pay Later"-Anbieter wie Klarna. Kleinkredite unter 200 € werden stärker reguliert. Die Kreditwürdigkeit muss geprüft werden, und Kunden müssen über Kreditkosten, Gebühren und Konsequenzen bei Zahlungsverzug informiert werden. Die Zinssätze dürfen die marktüblichen Zinsen nicht um mehr als 100 % oder 12 % Punkte übersteigen.
Vertrag mit 1 Klick kündigen [12:22]
Bei Online-Verträgen mit Widerrufsrecht von 14 Tagen müssen Plattformen zukünftig einen Widerrufsbutton anbieten, der mit einem einzigen Klick aktiviert werden kann.
Strom wird billiger [12:44]
Strom wird vermutlich billiger, da die Netzbetreiber 2026 einen Zuschuss von der Bundesregierung erhalten. Dadurch soll das Netzentgelt günstiger werden, was rund 28 % des Strompreises ausmacht. Verbraucher können mit einer Entlastung von ca. 4 % rechnen. Es lohnt sich jedoch, den Stromtarif zu vergleichen, da der lokale Stromanbieter die Ersparnis nicht weitergeben muss.
Gas wird teurer? [13:15]
Die Gasspeicherumlage fällt weg, was sich zunächst senkend auf den Gaspreis auswirkt. Gleichzeitig erhöhen einige Netzbetreiber das Gasnetzentgelt im Schnitt um 10 bis 12 %, was das Wegfallen der Gasspeicherumlage wieder ausgleichen dürfte.
Sprit & Heizen werden teurer [13:35]
Sprit und Heizen werden wieder teurer, da der Preis für CO2 steigt. Der CO2-Preis wird für Produkte erhoben, die CO2-Emissionen verursachen. Der Preis wird zwischen 55 und 65 € liegen. Der Benzin- und Dieselpreis wird Schätzungen zufolge bis zu 3 Cent teurer werden. Die Heizkosten steigen ebenfalls.
Grundsteuer in der Nebenkostenabrechnung [14:24]
Die Folgen der Grundsteuerreform könnten sich in der Nebenkostenabrechnung zeigen. Einige Immobilieneigentümer müssen deutlich mehr oder weniger Grundsteuer bezahlen. Diese Grundsteuer wird in die Nebenkostenabrechnung umgelegt.
Deutschlandticket wird deutlich teurer [14:44]
Das Deutschlandticket wird um 8,6 % teurer und steigt auf 63 € pro Monat.
E-Autos bleiben steuerfrei [14:50]
Die Steuerfreiheit für E-Autos wurde verlängert. Bis zum 31. Dezember 2030 gekaufte Autos sind bis 2035 steuerfrei. Es gibt eine Kaufprämie für E-Autos von mindestens 3.000 €.